Msgr. Dr. Peter Wolf
Predigt zur Aussendung des Vatersymbols
Eucharistiefeier im Urheiligtum am 8.7.2009
Liebe Schönstattfamilie, queridos hermanos, dear sisters and brothers!
Noch spüre ich in mir die Freude aneinander und die Dankbarkeit gegenüber der Gottesmutter für die Erfahrung der Planungstagung. Aus 33 Nationen waren wir zusammengekommen, viele haben sich zum ersten Mal gesehen und doch war eine tiefe innere Verwandtschaft zu spüren, wie sie oft nicht einmal unter Verwandten und Mitgliedern einer Familien zu finden ist. Über vier Tage hinweg wuchs unter uns eine Atmosphäre, die wir mit Recht verglichen haben mit der pfingstlichen Erfahrung im Coenaculum von Jerusalem. In diesen Tagen wurde uns erlebnismäßig deutlich, dass wir über viele Grenzen hinweg zu einer großen weltweiten Familie gewachsen sind. Wir spürten, dass das Liebesbündnis mit der Gottesmutter unser gemeinsames Denken bestimmt. Wir erlebten, dass uns das Heiligtum zur Heimat geworden ist. Wir konnten wahrnehmen, dass wir durch unseren Vater und Gründer einander Geschwister geworden sind und seine Familie sein wollen.
Seither wissen wir uns gemeinsam auf dem Weg zum Jahr 2014 im Bewusstsein, dass wir wirklich etwas zu feiern haben. Als wir auseinander gingen, war das Bedürfnis mit Händen zu greifen, in den kommenden Jahren etwas Verbindendes zwischen uns zu haben. Im Vorschlag der Wanderung des Vatersymbols war für uns ein Ausdruck und Mittel gefunden, das uns mit dem heiligen Ort verbinden könnte, von dem wir herkommen und der im Wagnis der Gründung am 18.0ktober 1914 unsere gemeinsame Quelle geworden ist.
Dieses wunderschöne Symbol erinnert uns an die Liebe des Vatergottes und seine göttliche Vorsehung. Es ist uns ein sprechendes Zeichen dafür, dass das Liebesbündnis mit der Gottesmutter ausgereift ist zum Bündnis mit dem großen dreifaltigen Gott. Wenn immer dieses Symbol unsere Heiligtümer besucht, wird es uns verknüpfen mit dem heiligen Ort des Ursprungs. Gleichzeitig wird es uns verbinden mit unserem Vater und Gründer, der uns die Vaterliebe Gottes auf vielfältige Weise ein Leben lang bezeugt und erfahrbar gemacht hat.
Der Besuch des Vatersymbols in den vielen Heiligtümern der Welt soll uns eine Einladung werden, auf die Früchte zu schauen, die aus dem Wagnis gewachsen sind, das Heiligtum an vielen Orten zu errichten und aus dem Geist des Liebesbündnisses neu zu gründen. So ist die eine Quelle des Urheiligtums an vielen Orten neu aufgebrochen und für viele Länder und Diözesen in oft origineller Weise zum Fließen gekommen und fruchtbar geworden. Diesen Reichtum wollten wir wahrnehmen und wie zu einem großen Erntedankgottesdienst im Jubiläumsjahr 2014 zusammentragen. Mit P. Heinrich, dem Vorsitzenden unseres Generalpräsidiums wünsche ich: „Möge dieses Symbol helfen, dass uns die Gnade der göttlichen Führung neu ergreift, dass wir lebensmäßig in Berührung miteinander kommen und ein Lebensstrom entsteht, den wir zum Jubiläumsjahr in die Kirche hineinleiten können.”
Ich möchte heute die Anregung aussprechen, dass wir den Besuch des Vatersymbols als Gelegenheit nutzen, die Fruchtbarkeit des Urheiligtums und des Liebesbündnisses zu bezeugen und zu dokumentieren. Im Entdecken der Originalität unserer jeweiligen Filialheiligtümer könnten wir unsere apostolischen Projekte neu umschreiben und konkretisieren. Dabei wollen wir auch darauf achten, was die Kirche gerade heute braucht und ihr Wege in die Zukunft bahnt. So wird Wirklichkeit, was wir uns bei der internationalen Planungstagung vorgenommen haben. Ich möchte einladen, im Jubiläumsjahr 2014 solche Dokumente zur großen Feier nach Rom mitzubringen, um vor dem Heiligen Vater und der Kirche zu bezeugen, was aus dem Gründungsakt vor nun bald 100 Jahren gewachsen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass wir solche Dokumente oder Kopien davon im MATRI ECCLESIAE-Heiligtum auf Belmonte hinterlegen. So kann zum Ausdruck kommen, dass der Strom vom Urheiligtum in seiner originellen Vervielfältigung durch unsere Filialheiligtümer der Kirche zum Segen gereicht, wie es unser Vater immer ersehnt hat. Er war davon erfüllt, dass Schönstatt zum Segen für die Kirche wird und der Mutter der Kirche zur Ehre gereicht: OMNIA MATRI ECCLESIAE.
In diesem Sinn lasst uns nun Fürbitte halten und danach in feierlicher Gabenprozession zum Altar bringen, was uns in dieser Stunde der Aussendung bewegt und erfüllt. Es ist der Tag der Priesterweihe unseres Vaters und wir stehen mit der Kirche am Beginn des Priesterjahres. Lasst uns mit einander die Eucharistie feiern für unsere weltweite Schönstattfamilie, dass die Wanderung des Vatersymbols eine Spur des Segens und der Fruchtbarkeit hinterlässt, wo immer Menschen es aufnehmen und von Heiligtum zu Heiligtum weitertragen, bis es uns alle zum Jubiläum 2014 hier und in Rom als Familie versammeln wird.